Halbe Nacht

door Paul Celan


(tekstbron: Paul Celan, Die Gedichte, Suhrkamp, Frankfurt, 2005, p.29-30)

Halbe Nacht. Mit den Dolchen des Traumes geheftet in sprühende Augen.
Schrei nicht vor Schmerz: wie Tücher flattern die Wolken.
Ein seidener Teppich, so ward sie gespannt zwischen uns, daß getanzt sei von Dunkel zu Dunkel.
Die schwarze Flöte schnitzten sie uns aus lebendigem Holz, und die Tänzerin kommt nun.
Aus Meerschaum gesponnene Finger taucht sie ins Aug uns:
eines will hier noch weinen?
Keines. So wirbelt sie selig dahin, und die feurige Pauke wird laut.
Ringe wirft sie uns zu, wir fangen sie auf mit den Dolchen.
Vermählt sie uns so? Wie Scherben erklingts, und ich weiß es nun wieder:
du starbst nicht
den malvenfarbenen Tod.


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